Was ist Mediation?

Die Mediation ist ein modernes, kooperatives Konfliktlösungsverfahren, bei dem eine unabhängige dritte Person, der Mediator, die Parteien bei der Beilegung eines Konfliktes unterstützt. Dabei bleibt der Verfahrensprozess in jeder Phase flexibel, nicht-öffentlich und absolut vertraulich. Die Konfliktparteien erarbeiten durch strukturierte Verhandlungen in einem mehrstufigen Ablauf gemeinsam eine Einigung.

Gerade bei Konflikten im wirtschaftlichen Umfeld kann das Verfahren der Mediation seine Stärken besonders effizient entfalten, da neben ihrem privatautonomen und streng vertraulichen Charakter die Faktoren „Zeit“ und „Kosten“ besondere Berücksichtigung finden.

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Themenauswahl


Interpersonelle Konflikte

Der Umgang mit Konflikten heute

Konflikte als Chance begreifen

Das Verfahren der Mediation - Effizient, nachhaltig, vertraulich

Das Phasenmodell der Mediation

Prinzipien des Medationsverfahrens

Vorteile der Mediation



Interpersonelle Konflikte


Die Wirksamkeit eines jeden Konfliktmanagements ist abhängig von der Art der Konfliktsituation, auf die es angewandt wird. Im Folgenden also zunächst einige Hintergrundinformationen zu interpersonellen Konflikten im Zusammenhang mit dem Verfahren der Mediation.

Ein interpersoneller Konflikt ist selten nur eine Auseinandersetzung auf der Sachebene. Ein Konflikt tangiert meist auch die soziale und psychische Ebene der Beteiligten. Soziale Einstellungen werden geprägt durch Werte, Gefühle, Interessen und Bedürfnisse. Sie bestimmen im Wesentlichen die Kommunikationspräferenzen und daraus entstehende Informationsdefizite der Beteiligten in Konfliktsituationen. Solange Spannungsverhältnisse auf diesen Ebenen existieren, kann ein Konflikt also kaum gelöst werden.

Der tatsächlich sichtbare Teil eines Konfliktes zeigt diese essentiellen Konfliktursachen meist nicht. Um Konflikte nachhaltig lösen zu können, sollte ein Konfliktbewusstsein hergestellt werden, das die Beteiligten in die Lage versetzt, zunächst die eigenen sozialen Einstellungen und Dispositionen zu erkennen und im weiteren Verlauf auch jene des Gegenübers.

Unter Begleitung eines neutralen Mediators können so sehr schnell die eigentlichen Konfliktursachen erkannt werden. Können die Konfliktursachen auf der sozialen und psychischen Beziehungsebene aufgearbeitet und im besten Fall vollständig getilgt werden, ist eine konstruktive Auseinandersetzung mit Konflikten meist erfolgreich und nachhaltig.



Der Umgang mit Konflikten heute


Häufig werden Konflikte in Unternehmen, die sich durch Gespräche nicht lösen lassen, im Sinne eines Machtwortes durch die Entscheidung eines Vorgesetzten beendet. Meist geht es den Konfliktparteien dann vornehmlich darum, "Recht zu bekommen".

Was ist die Folge, wenn Konflikte ungelöst, ignoriert, überhört oder übergangen werden? Was passiert, wenn sie durch ein Machtwort scheinbar gelöst werden?

Konflikte flammen kurz- bis mittelfristig wieder auf, belasten die Konfliktparteien zeitlich, wie auch emotional noch mehr als zuvor. Das Betriebsklima wird schlechter und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit reduziert sich durch schwindende Motivation und Engagement auf ein Mindestmaß (Dienst nach Vorschrift, innere Kündigung). Projektziele, Ziele und Vorgaben ganzer Abteilungen, sowie die Kontrollierbarkeit von Verantwortungsbereichen können durch derartige Konflikte einer extremen Belastung ausgesetzt sein. Mehr und mehr Zeit muss für die Konfliktbewältigung investiert werden.



Konflikte als Chance begreifen


Diese weit verbreitete Form der Konfliktlösung bewirkt in aller Regel eine Win-Lose-Situation“. Die Niederlage versetzt die betroffene Seite in eine Position, aus der sie keinen positiven Nutzen ziehen kann. Neben dem Rückgang von Motivation und Engagement der Beteiligten sind langfristig neue Konflikte vorgezeichnet.

Sinnvoller ist also eine Herangehensweise, die es ermöglicht, eine Win-Win-Situation“ zu erreichen, also einen Konfliktausgang, den beide Konfliktseiten als Zugewinn im Sinne ihrer Interessen und Bedürfnisse verstehen können. Eine solche nachhaltige Konfliktlösung strebt das Verfahren der Mediation an.

Zudem ermöglicht die Konfliktlösung durch ein unabhängiges Verfahren, dass die betroffenen Parteien und vorgesetzten Stellen die Konzentration wieder auf ihre proprietärer Aufgaben richten können. Damit wird eine enorme Produktivitätssteigerung für das betroffene Unternehmen erreicht. Zeit wird eingespart, Motivation, Erfolgs- und Einsatzwillen geschaffen.



Das Verfahren der Mediation - Effizient, nachhaltig, vertraulich


Mediation ist ein freiwilliger, vertraulicher Weg zur Konfliktlösung, in dem die Konfliktparteien durch einen neutralen Dritten in die Lage versetzt werden, eine eigenverantwortliche Lösung zu erreichen, die den Bedürfnissen und Interessen aller Beteiligten gerecht wird.

Der wesentliche Unterschied zum Machtentscheid (Vorgesetzter, Gericht) besteht darin, dass die Konfliktparteien aktiv und eigenverantwortlich an einer interessengerechten Lösung ihres Konfliktes mitwirken. Über die Fortführung und den Ausgang des Mediationsverfahrens entscheiden zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens die Konfliktparteien selbst.

Der Mediator ist nicht Richter oder Vorgesetzter im Mediationsverfahren, sondern Mittler, der auf Grund seiner Ausbildung, beruflichen und allgemeinen Lebenserfahrung die Parteien ohne Zwangsmittel durch das Mediationsverfahren führt. Mit Sachverstand und geeigneter Methodik unterstützt er die Konfliktparteien bei der Definition ihrer Interessen und der gemeinsamen Entwicklung zukunftsorientierter Problemlösungen.

Ziel und Endpunkt einer Mediation ist eine abschließende Einigung auf die gefundenen, konsensorientierten Lösungsmöglichkeiten. Diese wird von allen Konfliktparteien gleichermaßen angestrebt und getragen. Sowohl der Verfahrensprozess, wie auch die abschließende zukunftsorientierte Konfliktlösung erhöht Akzeptanz, Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit.



Das Phasenmodell der Mediation


Mediation ist ein phasenbezogenes Verfahren. Dabei bleiben die einzelnen Prozessphasen frei gestaltbar. Auf diese Weise kann das Verfahren der Mediation flexibel verschiedenen Konfliktsituationen angepasst werden. Die hier aufgeführten 6 Phasen dienen somit auch nur einer generellen Übersicht.

Phase 1 Eröffnung & Vertrag Mediation als Verfahren muss bekannt sein
Gemeinsame Auswahl der Teilnehmer
Einführung in die Eigenschaften des Verfahrens
Verweis auf die absolute Vertraulichkeit
Ausarbeitung der Prozessgestaltung
Vereinbarung eines Mediationsvertrags
     
Phase 2 Darstellung der Positionen
Risikobewertung
Erörterung aller Verhandlungsthemen
Abbau von Informationsasymmetrien
Wahrnehmungsunterschiede werden transparent
Kritische Überprüfung der eigenen Standpunkte
Strukturierung der Konfliktkategorien
     
Phase 3 Positionen vs. Interessen Ursachen der Konfliktentstehung
Meinungen, Ansichten, Einstellungen
Bedürfniss- und Interessenlage
Herstellung von Transparenz in diesen Fragen
     
Phase 4 Ideensammlung Erarbeitung unverbindl. Lösungsvorschläge
Kein unbedingter Realitätsanspruch
Freies Assoziieren
Überprüfung der Durchführbarkeit
Eigenständige Auswahl der besten Lösung
     
Phase 5 Vereinbarung aufgrund
einer Bewertung

Erarbeitung & Bündelung von Eignungsoptionen
Prüfung der rechtlichen Durchsetzbarkeit
Prüfung der betrieblichen Verankerungsmöglichkeit
Klärung letzter Unsicherheiten
Evtl. Initiierung weiterer Schritte (bspw. rechtliche Beratung, notarielle Beglaubigung)

     
Phase 6 Nachhaltigkeitsprüfung Vereinbarung eines Evaluierungszeitraums
Prüfung der Nachhaltigkeit
Ggf. Nachjustierung
Abschluss des Verfahrens durch den Mediator




Prinzipien des Medationsverfahrens


Die wesentlichen Prinzipien des Verfahrens der Mediation lassen sich wie folgt zusammenfassen:

 

Mediation arbeitet phasenbezogen

 

Mediation ist prinzipiell freiwillig

 

Mediation stellt keine Schuldfrage

 

Mediation arbeitet zukunftsorientiert

 

Die Lösungen werden eigenverantwortlich erarbeitet

 

Die Lösungen werden selbstständig von den Konfliktparteien erarbeitet

 

Der Mediator ist direkter Ansprechparter (keine Einschaltung er Personalabteilung, des Betriebsrates, des Vorgesetzten oder anderer Stellen, wenn nicht erwünscht)





Vorteile der Mediation


Das Verfahren der Mediation kann nicht in jedem Konfliktfall als „Mittel der Wahl“ herangezogen werden. Je nach Sachlage und Eskalationsgrad eines Konfliktes müssen andere Methoden des Konfliktmanagements eingesetzt werden. In jenen Konfliktsituationen, in welchen ein Mediator eingesetzt werden sollte, lassen sich aber klare Vorteile dieses Verfahrens erkennen:

 

Konfliktbehandlung durch einen Mediator bedeutet eine deutliche Entlastung des Managements

 

Mediation ist mit einer hohe Lösungsquote von über 75% sehr erfolgreich

 

Sicherung der Produktivität und Effizienz im Unternehmen durch Schonung der Ressourcen

 

Erhebliche Reduzierung der Konfliktkosten

 

Mediation ist extrem schnell (zwischen 1 Tag und wenigen Wochen)

 

Erzielung fairer und gemeinsam getragener Lösungen

 

Mediation führt daher zu einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsatmosphäre

 

Kontrolle über die Mediationsverhandlung zu jedem Zeitpunkt

 

Bewahrung der Vertraulichkeit

 

Daher Schutz des betroffenen Unternehmens vor Imageverlust

 

Mediation fördert die Eigenverantwortlichkeit, Selbstständigkeit und den Dialog

 

Mediation führt zu enormen Lerneffekten bei allen Beteiligten durch Erfahrungswerte